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DIE WAHRHEIT ÜBER DEN HAMBURGER SPOTTVEREIN

Eine Chronik

November 1989
Gaby Koch entdeckt beim Brötchenholen auf der Ottenser Hauptstraße in einem Kleiderständer vor der Drogerie „Molitor" drei FdJ-Hemden. Die bereits abgetrennten Abzeichen werden von ihrer Mutter wieder angenäht. Da die Anlässe zum Tragen der Blauhemden fehlen, gründet Gaby Koch zusammen mit ihrem Mann Krischan und dessen altem Schulfreund Christian Biermann-Ratjen das Kabarett HAMBURGER SPOTTVEREIN. Das erste Programm zur Jahreswende 89/90 muss (wegen politischer Turbulenzen) noch wöchentlich umgeschrieben werden. Aber bereits das zweite „GIB SOZIALISMUS KEINE CHANCE" hat kurzfristig Bestand und zeigt Wirkung, offensichtlich auch bei den politisch Handelnden. Der Osten wird wiedervereinigt. Beim Kabarett-Monopoli wird die DDR verscheuert. Christian Biermann-Ratjen singt das Schubert-Lied vom „Trabi" und beginnt auf der Bühne mit dem Stricken eines Woll-Ponchos.

1992
Das Programm „DEUTSCH FÜR ANFÄNGER" fördert die deutsch-deutsche Verständigung. Ossis lernen die ersten Sätze für den Aldieinkauf oder Mallorcaurlaub. Der HSV tourt erstmalig über die norddeutschen Kabarettbühnen und wagt sich in den Osten. Erstaunliche Erfahrung: Die Ossis jammern gar nicht, sondern lachen. Und wie.

1994
Hamburger Spottverein verliert kurzfristig die Orientierung und kommt mit dem Programm „HEIMATLOS" heraus. Uraufführung des siebenstrophigen Schöpfungs-Oratoriums über die deutsche Wiedervereinigung. Ossis und Wessis heulen gemeinsam nach dem Stöhn-Klassiker „Je t´aime".

Zwischendurch
Nach ausgiebigen Touren widmen die Drei sich mal wieder ihren anderen Berufungen. Krischan Koch rezensiert die neusten Kinofilme (für den NDR, SWR und DIE ZEIT) und dreht einen eigenen Kino-Kurzfilm „Regen in New York" (mit Joachim Król). Dann sattelt der Filmkritiker auf einmal zur Literaturkritik um und bespricht den neusten IKEA-Katalog. Gaby Koch vertritt als Anwältin Gewaltopfer als Nebenkläger. Sie gibt juristische Seminare für Soziale Träger, u.a. für die Körber-Stiftung in Dresden, wo sie die ersten Worte sächsisch lernt, z. B. das Wort „Sparwasser-Tor" oder das Wort „Nuuu". Christian Biermann-Ratjen geht als Notar nach Mecklenburg. Er ist so ganz nah dran an der Stimmung im Osten. Lässt sich trotzdem nicht entmutigen. Als „der Grieche" der Kleinstadt schließt, macht Biermann-Ratjen seitdem in der Tankstelle Mittag. So entsteht die traurig-schöne Ballade vom „ARAL STORE".

1997
Krischan Koch bespricht seinen Anrufbeantworter neu. Die Texte bilden die Grundlage für das Programm „FALSCH VERBUNDEN". Bei der Arbeit daran entdecken die drei, dass Ulrich Wickert gar nicht echt ist und auch der damalige Innenminister Kanther nur ein virtuelles Programm. Aber Ihr Regisseur Lutz von Rosenberg Lipinsky erweist sich bei der Zusammenarbeit als echt.

2000
Der Hamburger Spottverein nimmt sich seinen „BLACK OUT" und blickt auf die letzten zehn Jahre zurück. Nanu! Deutschland ist ja gar nicht wiedervereinigt. Und mit seinem Poncho ist Christian auch noch nicht weiter.

2001
Auf einer Odyssee durch deutsche Autobahn-Raststätten entsteht die Idee zu einem Schlager über „Die Pinkelpause". Irgendwie befreiend.

2002
Nach einem Wochenende im Gewerbepark Tornesch planen die Drei ihren nächsten Urlaub in einer Musterhaussiedlung bei Walsrode und außerdem ein neues Kabarettprogramm: „LETZTE AUSFAHRT SCHNELSEN-NORD", das Krischan Koch während eines Staus vor dem Elbtunnel schreibt. Neuübersetzung von Homers Odyssee.

Herbst 2003
Gaby fährt zum ersten Mal Porsche. Und reist seitdem immer unwilliger gemeinsam mit ihren beiden Männern im alten Saab zu den Auswärtsspielen an.

2004-07
Mit ihrer Kaberett-Odyssee "LETZTE AUSFAHRT SCHNELSEN-NORD" touren die Drei sämtliche Autobahnen der Republik auf und ab, von der Nordseehalle auf Amrum bis an den Starnberger See. Wer hätte das gedacht, die Bayern feiern den HSV. "Diese Truppe will man wiedersehen - unbedingt", schreibt die Süddeutsche Zeitung. Der alte Saab hat mittlerweile über dreihunderttausend Kilometer drauf.

2008
Zeit für nebenberufliche Tätigkeiten. Auch als Anwältin hat Gaby Koch es verstärkt mit verkehrsrechtlichen Fragen zu tun. Ihr Mann Krischan Koch schreibt in ihrem Sommersitz auf Amrum den Nolde-Nordsee-Krimi "FLUCHT ÜBERS WATT" (dtv). Christian Biermann-Ratjen ist weiter als Notar in Mecklenburg tätig. Dabei erscheint ihm auf einem Dorffest eines Tages Obama.

2009
Biermann-Ratjens Kinder und die Patenkinder der Kochs sind weitgehend unbeeindruckt durch die Pubertät gekommen. Bei der Elterngeneration allerdings zeigen sich gravierende Folgen: Sie werden "ENDLICH ERWACHSEN". Oder lieber doch nicht? Das Problem muss auf der Bühne aufgearbeitet werden. Dazu werden Thai-Chicken und ein Rheingauer Riesling gereicht.